Complementor Relationship Management

The Missing Link in Business Relationship Management

System Innovations in Business Ecosystems

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Mangelnde Integration von komplementären Innovationen

Im Rahmen der  Open Innovation (also die Öffnung des Innovationsprozesses von Unternehmen)-Diskussion , wird oft auf die Consumer Integration Downstream oder eine upstream Zusammenarbeit mit Lieferanten fokussiert. Außen vor bleiben meist  bislang die Beziehungen zu Komplementoren. Dabei spielen Komplementoren für den Markterfolg von vielen Innovationen oft eine entscheidende Rolle. David Johnson (Director of the Intel Architecture Labs -lAL) beschrieb dies im Rahmen der Wintel Zusammenarbeit folgendermaßen:

“We are tied to innovations by others to make our innovation valuable. If we do innovation in the processor, and Microsoft or independent software parties don’t do a corresponding innovation, our innovation will be worthless. So it really is a desperate situation for us.”

Offensichtlich ist auch die Relevanz von Komplementoren im Innovationsprozess im Rahme von sog. Systeminnovationen. Dieser  Innovations-Typus ist  nach Grün, Hauschildt und Jonasch[1] weniger technik- als nutzungsgesteuert. Wettengle definiert diese Innovationsart derart: „Eine technologische Systeminnovation ist gleichzusetzen mit der Realisierung und erfolgreichen Vermarktung bzw. wirtschaftlichen Anwendung eines neuen Systems komplementärer und kompatibler Technologien durch ein bestimmtes Innovationsnetzwerk“. Zwar scheint bei dieser Definition die Technologie im Vordergrund zu stehen, allerdings betont und fokussiert Wettengle in diesem Paper explizit  institutionelle Aspekte (Abwarteblokachen zwischen rechtlich unabhängigen Innovationspartnern). Als zentraler Grund für diese zeitlichen Verzögerungen können externe Effekte (Gegenseitige Abhängigkeiten, auch als “Chicken and Egg”-Phänomen diskutiert z.B. ein verzögerte Investitionsbereitschaft, da der Kundenwunsch bzw. -bedarf nicht ausreichend konkret manifestiert wird und Kunden ohne “Vorleistung” der Anbieter nicht bereit sind die Innovationen zu adaptieren) angeführt werden, die insb. typisch für Komplementorenbeziehungen (konkret auf der sog. Connection-Schicht im Schichtenmodell der Komplementorenbeziehungen) sind.

Eng verwandt zum Begriff der Systeminnovationen erscheint mir der Begriff der Plattform-Innovationen, denn Plattformen werden nicht mehr nur als Basisarchitektur für die Produktentwicklung gesehen, auf der Standardkomponenten aufbauen.[2] Vielmehr wird eine Plattform als ein Ergebnis des Zusammenspiels unterschiedlicher Geschäftsaktivitäten und Geschäftsbeziehungen zwischen Akteuren eines (Business) Ecosystems gesehen, wobei das Ecosystem der Plattform sowohl durch einen hohen Grad an Interdependenz zwischen den Akteuren als auch durch ein hohes Potenzial für Innovationen durch jeden Netzwerkakteur  geprägt ist.[3]

Die betriebswirtschaftliche Forschung hat sich bislang nur unzureichend mit Systeminnovationen und sog. Business bzw. Innovation Ecosystems beschäftigt. Trotz der hohen Relevanz integrierter Innovationstätigkeiten zwischen Komplementoren, die sich insb. in spektakulären Erfolgen (z.B. der Erfolg von Apple vgl. etwa Mitchener [4] oder diese Meldung) sowie Mißerfolgen (z.B. hinkt die Markdurchdringung von HDTV der technologischen Entwicklung um Jahrzehnte hinterher vgl. Adner  [5]) zeigt, besteht eine Forschungslücke die sich in einem bisher eher “wackeligen Fundament” niederschlägt, das kaum eine systematische Ableitung von Managementempfehlungen zulässt.

Auf diesem Block soll ein erster Beitrag zur Schließung dieser Forschungslücke präsentiert und diskutiert werden, speziell durch eine Analyse von Business bzw. Innovation Ecosystems  mit einer  ”Business Relationship Management-Brille”. Hierzu werden Analysemodellen wie das  Value Net herangezogen, das eine rollenspezifische Konkretisierung eher pauschal gehaltener Ecosystem-Modelle (bspw.  das Folgende) ermöglicht und eine Ableitung von konkreten Managementimplikationen lenkt.

Auf dem Blog InnovToday wird in folgendem Artikel der Aufbau von Innovation Ecosystems thematisiert:  Innovation ecosystems: everyone willing is at the centre of the universe

Die Artikel werden nach und nach  im Themenbereich (System-)Innovationen, Business Ecosystems gesammelt.

 

Anmerkungen    (↵ zurück zum Text)

  1. Grün, O., Hauschildt, J. und Jonasch, M. (2008), Systeminnovationen als Multi-Organization Innovation (MOI), in: ZFO – Zeitschrift Führung + Organisation, 77, 2008, 3, S. 177-185
  2. vgl. Suarez, F. F. und Cusumano, M. A. (2009), The role of services in platform markets, in: Gawer, A. (Hrsg., 2009), Platforms, markets and innovation, Cheltenham, Nothhampton (MA) 2009, S. 77-98
  3. Kenney, M. und Pon, B. (2011), Structuring the Smartphone Industry: Is the Mobile Internet OS Platform the Key?, in: Journal of Industry, Competition and Trade, 11, 2011, 3, “Special Issue on Value Capture and Policy Design in a Digital Economy”, S. 241
  4. Mitchener, J. (2009), Perfecting the ecosystem, in: Engineering & Technology, 4, 2009, 8, S. 70-71
  5. Adner, R. (2006), Match Your Innovation Strategy to Your Innovation Ecosystem, in: Harvard Business Review, 84, 2006, 4, S. 98-107

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