Complementor Relationship Management

The Missing Link in Business Relationship Management

Dr. Anita Stilz zu CoRM in der Steuerberatung

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Bildnachweis: de.fotolia.com / puzzle-teil setzen © Cengiz OersAls Steuerberaterin kommt mir als erstes die Zusammenarbeit mit der DATEV in den Sinn. Der Steuerberater arbeitet mit dieser Genossenschaft nicht nur als Lieferant von Software zusammen. Vielmehr gibt es auch direkte Kontakte von Mandanten mit der DATEV, die die Software im eigenen Betrieb einsetzen (Rechnungswesen und Lohn- u. Gehaltsabrechnung). Die Abrechnung erfolgt durch die DATEV. Gleichzeitig wird der Steuerberater über alle Änderungen der Geschäftsbeziehungen informiert. Diese Zusammenarbeit ist nur über das Mitglied (den Steuerberater) möglich und heißt daher “mitgliedsgebundenes Mandantengeschäft”.

Bildnachweis – Bild oben: de.fotolia.com / puzzle-teil setzen © Cengiz Oers

5 Kommentare

  1. Vielen Dank für Ihr sehr passendes und anschauliches Beispiel des CoRM im Rahmen der Steuerberatung. Die Beratungsleistung von Ihnen “in Konfiguration” mit der DATEV Software (z.B. im Breich Rechnungswesen oder Lohn- u. Gehaltsabrechnung) ist ein tolles Beispiel einer Komplementarität. Aus meiner Sicht ist die Steuerberatungsleistung und die Leistungen der DATEV hoch integriert, was dem Mandanten einen hohen Nutzen (z.B. effizientere Abstimmung mit der Kanzlei durch den elektronischen Zugriff auf Daten und Belege) generiert. Gleichzeitig pflegen sowohl der Steuerberater als auch DATEV direkte Endkundenbeziehungen, was eine hohe “Endkundennähe”, im Sinne einer hohen Geschäftsautonomie, der Komplementoren darstellt.

    Aufgrund meines fehlenden Fachwissens in diesem Bereich, stellen sich mir noch folgende Fragen:

    Durch das CoRM in diesem Bereich entstehen dem Endkunden Effizienzvorteile. Welche Vorteile sehen Sie hier noch für den Mandanten?

    Welche Vorteile bietet die Integration der Leistungen dem Steuerberater (Win-Win-Situation) z.B. neben der Abwälzung von Haftungsrisiko auf die DATEV?

    • Keine Antworten, aber einige ggf. weiterführende Hinweise:

      Die DATEV firmiert nicht umsonst in der Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft.
      Auf dem Gebiet der gestalteten komplementären bzw. komplementär gestalteten Beziehungen sind die Verknüpfungen zwischen Genossenschaftsmitgliedern im Rechtsrahmen der Governancestruktur eG ein “Klassiker”.

      Man denke nur an den genossenschaftlichen FinanzVerbund, in dem Anbieter komplementärer Finanzdienstleistungen ihre Produkte virtuell zu einem “Allfinanz-Portfolio” bündeln.

      Zu den Erfolgsfaktoren und Risiken genossenschaftlicher “Kooperation” im Allgemeinen gibt es zahlreiche Arbeiten; oft geht es dabei aber um die Kooperation zwischen Konkurrenten (z.B. Einkaufs- oder Verwertungsgenossenschaften). Vielleicht lohnt eine Recherche, ob es speziell zu “Komplementoren-Genossenschaften” (etwa Erzeugungs-Genossenschaften) Beiträge gibt. Ein Einstieg könnte z.B. http://www.neuegenossenschaften.de sein. Ähnliches Lernpotenzial könnte ein Blick auf weitere genossenschaftliche Verbünde (neben dem FinanzVerbund) oder den Sparkassen-Finanzverbund haben.

    • zu Herrn Günther:

      Vorteile für den Mandanten: direkter Kontakt mit dem Software-Anbieter, er erhält alle programmbezogenen DATEV-Informationen, er kann sich selbst für Anwenderseminare anmelden

      Vorteile für den Steuerberater: durch die Nutzung der DATEV-Software gibt es keine Probleme mit Schnittstellen, wenn die Rechnungswesen-Daten zum Jahresabschluss “weiterverarbeitet” werden, der Verwaltungsaufwand für Abrechnung und Kontakt mit DATEV ist geringer (der Steuerberater weiss im Prinzip alles über die Zusammenarbeit von Mandant mit DATEV, aber braucht sich nicht um die Details zu kümmern)

      noch eine Ergänzung zu einer Complementorenbeziehung, die mir zwischenzeitlich eingefallen ist:

      Sowohl in Zusammenarbeit mit dem Steuerberater als auch mit dem Mandant werden die sog. “DATEV-Systempartner” tätig. Das sind selbstständige Computerfirmen, die die Installation von DATEV-Programmen übernehmen (z.T. auch die Updates) und ihre Kunden bei der Auswahl einer auf die DATEV-Programme zugeschnittenen Hardware (und gegebenenfalls Netzwerklösung) beraten und diese in der Regel auch liefern.

  2. Die DATEV wird bei diesem “Management ihres Ecosystems” durch die CAS Software AG unterstützt, welche gerade die interorganisationale Zusammenarbeit in Ecosystems unterstützt, was nicht zuletzt Complementor Relationship Management ist:

    http://www.cas-ecosystems.de/produkte/cas-ecosystem-suite-und-individualloesungen/beispiel-datev.html
    http://www.cas-ecosystems.de/produkte/cas-ecosystem-suite-und-individualloesungen/uebersicht.html 
    http://www.cas-ecosystems.de/business-ecosystems/die-software-von-cas.html 

  3. Interessanter Artikel! Und vielen Dank für die sehr guten Links in den Kommentaren. DATEV ist bei uns kaum wegzudenken.

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