Complementor Relationship Management

The Missing Link in Business Relationship Management

“Apples Garten Eden wird allmählich zum Gefängnis”

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In einem anschaulichen Handelsblattartikel[1] argumentiert Professor Tumminelli auch für “Apple-Jünger” kaum zu verleugnen, dass die “Exklusiv-Strategie” von Apple mit der restriktiven Begrenzung des Konfigurationsspielraums der Apple Produkte auf so gut wie nur Apple-eigene Produkte die Kunden zunehmend verärgert. Das unter Apple´s Ecosystem diskutierte Erfolgsmodell[2] muss insbesondere bezüglich der Strategien einer optimalen Autarkie und Autonomie überprüft und modifiziert werden.

Ist Apple´s Produktpolitik zu restriktiv bezüglich Drittprodukten und -anbietern, was nicht zuletzt auf Kosten der Kundenzufriedenheit geht?

Gerade durch den Serverdienst iCloud wollte Apple die reibungslose Kompatibilität zwischen Hardware und Software in den virtuellen Raum erweitern, im Rahmen des sogenannten Cloud Computing. Dieses Terrain ist insbesondere für Privatanwender nicht zuletzt Google´s “Spielwiese” . In der Apple Datenwolke sollten Inhalte wie Fotos oder Musik von überall zugänglich verwaltet und zur Verfügung gestellt werden. Einige hauseigene Probleme aber auch einige Probleme mit der Kompatibilität und Anbindung von unabhängigen Komplementoren sowie komplementären Leistungen stören die “himmlischen Freuden” der Apple-Kunden. Die Apple-Hardware, die bis Herbst 2011 produziert wurde, muss damit sie “wolkentauglich” wird auf das Lion-Betriebssystem nachgerüstet werden, das zwar schneller aber bei Usern nicht unbedingt als “schöner” betrachtet wird. iPhones, die bis Mitte 2010 produziert wurden, sind sogar inkompatibel. Zudem gibt es das betriebseigene Problem, dass iPad User um Dokumente erstellen zu können das iWork-Programm kaufen müssen, zu dem es ein gleichnamigen Zusatzdienst iWork.com gibt, der aber wiederum nicht mit iCloud korrespondiert sondern eine eigene Plattform darstellt.

Das Versprechen von Steve Jobs, dass

“Dokumente in der iCloud über alle IOS-Geräte sowie Macs und PCs funktionieren”

kann bislang trotz funktionierender Verwaltung von iTunes-Inhalten, Apps aus dem App-Store, Adressbüchern und Kalender nicht eingehalten werden. Dies liegt zum Einen daran, dass PDFs und andere “fremde” Dokumente beim Datenaustausch Probleme bereiten. Zum Anderen bestehen trotzt des umfassenden Apple-Leistungsspektrums ”Lücken” im Angebot z.B. Bildergalerien, Datenmanagement oder Web-Hosting, die von Komplementoren zur Verfügung gestellt werden könnten. Die Entrüstung der Kunden diesbezüglich eskalierte, wie Professor Tumminellis diagnostiziert, als den Usern klar wird, dass Apple aktiv beliebte Leistungen von Komplementoren wie dem Messenger-Dienst Whatsapp oder die Synchronisierung mit beliebten Browsern wie Firefox und Chrome ausschließt oder nur eingeschränkt zulässt (z.B. Drop-Box-App).

“Apple ist wie Unkraut gewachsen”

sagte Steve Jobs, abzuwarten bleibt, ob der “Komplettanbieter” Apple den Kunden mit den abgeschotteten konzerneigenen Komplementen zufrieden stellen kann, oder doch wie auch mit dem Rückgriff auf Intel Prozessoren oder der Boot Camp-Software geschehen[3], Konfigurationsflexibilität (vgl. genauer zur Autarkie und Autonomie von Komplementen und Komplementoren) zu weiteren komplementären Leistungen sicherstellen muss.

Anmerkungen    (↵ zurück zum Text)

  1. Tumminelli, P. (2012), Der Serverdienst iCloud soll alle Apple-Geräte harmonisch vereinen. Doch die Wolke bringt nicht nur himmlische Freuden. Tumminellis Designkritik, in: Handelsblatt, 2012, 23, S. 28
  2. Mitchener, J. (2009), Perfecting the ecosystem, in: Engineering & Technology, 4, 2009, 8, S. 70-71
  3. durch diese Software wird Konfigurationsflexibilität zu Anwendungssoftware wie Office oder gängiger Windows-Hardware etwa Kamera oder Drucker etc. hergestellt

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